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29. August 2014

Das größte lesefest Europas – 2014

Filed under: Allgemein — Schlagwörter: , — Erzsebet Ady @ 22:12

 


 

Pankaj Mishra:  Aus den Ruinen des Empires

Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens

Die Welt veröffentlicht zu diesem interessanten Buch einen Tag vor der Preisverleihung einen Artikel: „Buchpreis für Mishra ist eine Fehlentscheidung“. Der indische Autor ist ein Anti – Europäer, er hält nichts von den Menschenrechten.“- Es ist schon unverzeihlich, Herren Der Welt. Mishra beklagt sich über die Kolonialherren, weil sie, wohlbekannt, die Menschenrechte missachteten, und wie. Er ist kein Anti-Europäer, er lebt heute teilweise in England, wo er sicher auf Verständnis trifft. Und er hat schon in jüngeren Jahren deutsche Philosophen kennen und schätzen gelernt. Und weiter die Welt: „Er teilt die Welt in Gut und Böse.“ Die Menschheit teilt die Welt in Gut und Böse, sie ist längst dem Autor Mishra zuvorgekommen. Er fasst es hier in Worte, und er möchte sicher damit zur europäischen Verständigung  beitragen, er wünscht sich Verständnis und Einsicht von Seiten der Europäer gegenüber Asien.

Eine gute Einleitung zu dem Buch von dem französischen Philosophen Raymond Aron,1969: „Die Europäer möchten ihrer Geschichte, einer großen, mit Blut geschriebenen Geschichte entkommen. Aber andere viele hundert Millionen nehmen sie erstmal auf oder kommen gerade darauf zurück.“

Man muss auch Kritik vertragen können, dazu gehört Bekenntnis. Die Welt bemängelt, dass der Autor die Millionen Toten der kommunistischen Politik unerwähnt lässt. Grundsätzlich kann man nicht die eigenen Fehler, Sünden mit den Mängeln der Anderen tilgen. Es geht hier um Ost-West Konflikt.

Mishra übt auch Kritik an den Religionen arabischer und asiatischer Länder. Er lässt den legendären Perser al- Afgani (1831-1897) erzählen. Er sucht und findet Mängel in ihrem eigenen System. al-Afgani verhandelte mit den jeweiligen Herrschern, sie sollten an den muslimischen Traditionen ändern, an westliche Ideen anpassen. Nur so könnten sie der Unterjochung durch die westlichen Mächte entgegentreten. Er erkannte erst später, dass er direkt mit dem Volk hätte sprechen müssen, nicht mit den Herrschern. Er beklagte die Intoleranz des Islam, er forderte die Muslime auf mit Hindus, Christen und Juden zusammenzuarbeiten, er tat dies selbst auch. Wir könnten das hier in Europa auf uns auch beziehen! Die Menschheit hat schon so viele Religionen erfunden, jedem das seine, so lange man damit niemandem schadet.

Mit vollem Namen – Jamal al-Din al-Afgani kommt immer wieder zurück, und das kann man ihm nicht übel nehmen, auf den Kolonialismus. Fünf Jahrhunderte lang mussten die Menschen in Asien und Afrika unter brutaler Ausbeutung leiden, und sie wurden von den Kolonialherren in ihrer Armut noch abgewertet, gedemütigt. In Indien plünderten die Engländer zwischen 1757 – 1857 Unmengen von  Bodenschätzen aus.   Diese kann man nicht so schnell ersetzen.

Die Welt erinnert uns daran, dass „England die Sklaverei bereits 1834 verboten hat, und mehr Geld im Kampf gegen die Sklaverei ausgegeben hat, als es je damit eingenommen hat“. England konnte gewiss damit, d.h. mit der Sklaverei weniger einnehmen, als nachher mit den freien armen Menschen, die sie ausbeuten, unterjochen konnten, sie gehörten ja nicht mehr dem Sklavenhalter. Für die armen Leute bedeutete es vom Regen in die Traufe oder in die Sintflut kommen.

Japan hat sich 1868 eine Modernisierung vorgenommen, nachdem das Land von den westlichen Mächten tyrannisiert wurde. Sie schafften es zuerst in Asien, einen einheitlichen Nationalstaat zu gründen, sowie den Aufbau einer am westlichen Vorbild orientierten Wirtschaft mit hoher Produktion und hohem Konsum. Für die Völker, wie die Osmanen, Jungtürken, Ägypter, Indonesier, war Japan „Die aufgehende Sonne“. Japans Sieg 1905, in der Meeresenge der Koreastraße mit einer kleinen Flotte über einen großen Teil der russischen Flotte, ging um die Welt.

Mishra erzählt auch vom innerasiatischen Zwist  zwischen Japan und China, vom Krieg beider Länder um die Herrschaft über Korea zu erlangen. Und Japan hatte von der Insel auch das Festland  angegriffen. Japan wurde das erste asiatische Land, in dem jene Art von Modernisierung unausweichlich zu einer traurigen Nachahmung des westlichen Imperialismus führte.

In China  waren der junge Student Liang Qichao (1873-1929) und sein Lehrer Kang Youwei (1858-1927) die ersten modernen Intellektuellen, die sich um die Modernisierung ihres Landes, und gegen die Unterjochung durch Kolonialisierung eingesetzt hatten. Qichao sagte: „die Zivilisation unseres Landes ist die älteste der Erde. Vor 3000 Jahren lebten die Europäer wie die wilden Tiere auf den Feldern, während unsere Zivilisation mit ihren typischen Merkmalen bereits einen Stand erreicht hatte, der ihrem Mittelalter entspricht.“ China konnte in seiner Kultur tatsächlich auf 4000 Jahre zurückblicken. Kultur heißt bei den Asiaten nicht Reichtum materieller Art, wie es in West-Europa gerne so angesehen wird. Die beiden Männer waren auch kaisertreu und hingen an den konfuzianischen Ideen. Doch sie erkannten auch, dass die „blind verankerten alten Sitten“, die sich mehr, als 3000 Jahre bis in unsere Tage erhalten haben, erfordern gewisse Modernisierung. Davon wollte der Kaiser nichts hören. Liang und Kang mussten sich rasch ins Exil nach Japan retten. Andere Reformer sagten: „China werde sich erst dann erneuern, wenn Männer dafür zu sterben bereit wären“. Sie wurden verhaftet und öffentlich auf dem Marktplatz enthauptet. Mit oder ohne Konfuzianismus, die Methoden waren gleich brutal. Bemerkenswert doch, die konfuzianischen Ideen bewegten in China auch die Kommunisten; als der Kommunismus inzwischen auch dort nicht das Erwartete bewirken konnte, sind einige Parteimitglieder wieder auf den Konfuzianismus zurückgegriffen, sogar Mao Zedong, und Ho Chi Minh, der Vietnamese.

In Rabindranat Tagore (1861-1941) präsentiert uns Mishra eine besondere Persönlichkeit aus Bengalen. Er war ein vielseitiger Künstler, ein sehr produktiver Literat, Philosoph, Maler, Komponist und Musiker. 1913 wurde er als erster Asiat mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Romane, Novellen, Kurzgeschichten veröffentlichte er, die ersten Gedichte bereits mit zehn Jahren. Er wuchs in einer kulturell selbstbewussten  und schöpferischen Familie auf, und kam schon früh mit der europäischen Gesellschaft und Kultur in Berührung. Deshalb übernahm er nie scharf antiwestliche Einstellungen. Jedoch gehörte er nie zu den westlich orientierten Bengalen, die Asien mit Europa tauschen würden. Er wurde zu einem scharfsinnigen Beobachter, starken Kritiker der Europäisierung Indiens. Er hielt sich länger in ländlichen Regionen in Bengalen auf, um das schwere Leben der Armen auf dem Lande  kennen zu lernen, und kam zu dem Entschluss, dass die Selbsterneuerung Indiens in den Dörfern beginnen müsse. 1901 gründete er im Südwesten  Bengalen eine Versuchsschule in Santiniketan, wie er sie nannte, und diese sollte sich später zu einer Universität entwickeln. Dieser Wunsch hat sich in seinem Leben noch erfüllt. Tagore sah keinen Grund, weshalb die Asiaten glauben sollten,  der Aufbau einer Nation  nach europäischem Vorbild die einzige Art wäre von Zivilisation und das einzige Ziel der Menschen.

Er sagte 1924: „Wir werden den Westen in seinem Wettbewerb, seinem Egoismus und seiner Brutalität nicht folgen.“

Und 1938 sagte er: „Die sorgsam gepflegte, aber giftige Pflanze des nationalen Egoismus verbreitet ihren Samen in aller Welt, zur Freude unserer Schuljungen des Ostens, weil die Ernte aus diesem Samen einen wohlklingenden Namen trägt: große Zivilisation.“ – Ändern sich die Zeiten, ändern sich die Menschen.

Ryszard Kapuściński spricht die bittere Wahrheit in seinem Epilog aus: „Weite Teile der aufstrebenden Welt sind dabei die qualvolle und oft tragische Erfahrung des Westens auf ihrem Weg in die Moderne zu wiederholen.“

Und Tagore hat noch ein letztes edles Wort zu sprechen:  „Doch es ist eine Sünde, den Glauben an den Menschen zu verlieren, diesen Glauben werde ich bis zuletzt retten.“

Dieses Buch ist sehr empfehlenswert, sehr interessant und informativ. Die meisten von uns kennen vielleicht gar nicht so genau den größten Erdteil auf unserem Globus, seine Geschichte, sein Volk.

Tagore fand in Osteuropa, in Ungarn einen Gesinnungsgenossen: Gyulatagore (Julius) Germanus (1884-1979), ebenfalls einen besonderen Menschen, einen Orientalisten; ein  Sprachwissenscshaftler, ein Sprachgenie , Literat, Historiker. Er beherrschte mehrere arabische und indische Sprachen. Tagore hatte Germanus 1929 für drei Jahre nach Santiniketan in die Universität eingeladen um die Fakultät Islamismus ins Leben zu rufen, und gleich als ersten Dozenten für dieses Fach. Es ist interessant, denn in Indien waren die meisten Einwohner  Hinduismen, von 400 Millionen waren nur 45 Millionen Muslime, in Pakistan waren die 80 Millionen Einwohner meist Muslime, und sie waren aufeinander nicht gut gestimmt. Tagore wollte diese Völker über die Religion einander näher Bringen. Germanus hat dort in der Universität Islam Kulturhistorische Vorträge gehalten. 1955 hat er in Kairo und in Alexandria in den Universitäten arabisch unterrichtet. 1958 wurde er von der indischen Regierung eingeladen um in acht Universitäten Vorträge zu halten. Er hat auch die islamische Religion und den arabischen Namen: Abdul Kerim angenommen. Er kleidete sich wie ein Araber. Es wäre damals riskant dort als Europäer zu  erscheinen, man hätte ihn für einen europäischen Spion halten können. Er publizierte arabische kulturhistorische Werke, und war Mitglied in mehreren arabischen Akademien.

Die beiden Herren waren ganz großartige Menschen. Tagore hatte in seiner Universität einen international zusammengesetzten Professoren Stab organisiert: aus Amerika, Russland, England, Frankreich, Italien, Deutschland, Ungarn. Zum Semesterbeginn hatte er sie alle zu einem Empfang in seinem Haus eingeladen, bewirtete sie mit indischer und internationaler Küche, und hielt eine Ansprache: „Mein Wunschtraum ist der Zusammenhalt der Nationen, Völker, Rassen. Das ist nur mit gegenseitigem Verständnis möglich. Wir sollen nicht das Schlechte, sondern das alles übertreffende Gute aus der menschlichen Seele herausgreifen. Es gibt keinen absolut schlechten und absolut guten Mensch. Der eine ist tapfer, kämpferisch, der andere ist ein Philosoph, der dritte ist ein Künstler, der vierte tränkt die Erde mit seinen Schweißtropfen. Einzeln ist jeder einseitig, wenn sie zusammenhalten, schlagen sie sich durch, wenn sie eifersüchtig gegeneinander arbeiten, werden sie alle unglücklich. In Santiniketan habe ich versucht, die Universität der Nationen zu erschaffen. Es liegt in ihren Händen meine Herren, dass sie gemeinsam in friedlicher Zusammenarbeit eine gemeinsame Synthese für alle Kulturvölker hervorbringen“. – Ein Zitat aus dem wunderbaren Buch von G. Rózsa (Rose) Hajnóczy, Ehefrau von Gyula Germánus, entstand aus ihren dreijährigen Tagebüchern: „Bengáli Tűz“ – Bengalisches Feuer -. Meines Wissens ist das Buch noch nicht in andere Sprache übersetzt worden, noch nicht. Hier erfährt man vieles über Indien, Land und Leute.

Wir bräuchten in Deutschland auch einen Rabindranat Tagore!

Auf der Buchmesse Leipzig 2014 wurde noch ein interessantes Buch, eine neue Erscheinung von dem polnischen Journalisten Igor Janke: „Viktor Orbán“ vorgestellt. Das Buch empfehle ich sehr den Lesern, da in  dem „bösen Westen“ weiß ich immer noch nicht warum, kennt man die Ungaren gar nicht richtig, man bildet sich etwas ein, und verbreitet etwas ganz unmögliches, negatives über dieses Land und Volk, vor allem über die heutige Regierung.

Ich machte in Leipzig die positive Erfahrung, dass die Einheimischen dort sehr positiv, freundlich über die Ungaren sprechen und was mich überrascht hat, sie kennen wirklich dieses Volk, ihre Geschichte, Kultur, und schätzen sie. Es ist verständlich, nicht nur durch die Deutsch Deutsche Einheit am Balaton, auch der jahrzehntelange kulturelle Austausch zeigt seinen Erfolg. Und es hält noch heute an. Ich höre öfters junge deutsche Studenten, die in Ungarn studieren und sehr zufrieden sind mit dem Studium, mit den Menschen, die sehr freundlich, hilfsbereit, aufgeschlossen und sehr humorvoll  allen gegenüber  sind, nicht nur unter sich.

Das Buch: „Viktor Orbán“– Ein Stürmer in der Politik

Die Einleitung zum Buch: das Ereignis 1989 auf dem Heldenplatz in Budapest anlässlich der feierlichen Umbettung des Leichnams Imre Nagy, Ungarns Ministerpräsident in 1956, Opfer der Sowjets. Die große Rede des jungen ungarischen Studenten Viktor Orbán vor mehreren Zehntausend Menschen und Millionen vor dem Fernseher, machte Geschichte, und diese kann man nie mehr auslöschen. Der 26 jährige Viktor Orbán forderte die sowjetischen Truppen auf, das Land zu verlassen –  „wir wollen unser Land selbst regieren“. In Ungarn waren noch die Kommunisten an der macht. Den Zuhörern stockte der Atem. Er sprach das aus, wovon unzählige Menschen träumten. Der Autor charakterisiert Orbán in höchsten Tönen, mit Recht: „Er ist höllisch intelligent, ein sehr guter Politiker“.

Ist es verhext oder Absicht, dass diese zwei Bücher auf der Buchmesse in diesem Jahr gleichzeitig vorgestellt wurden? Sie bilden ein Pendant. Igor Janke schreibt über Orbán: „an einem Tag führt er in Brüssel das große Wort über die europäische Einheit, am nächsten Tag spricht er in Budapest darüber, dass fremde Mächte Ungarn zu kolonialisieren versuchen. Hier empfehle ich ein interview mit Ákos Doma:  Orbán ist nur ein Schlagwort-Kultur-Stu…http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-mit-akos-doma-orb.  Der Kern: „Im Osten wäre die Demokratisierung viel weiter, wenn der Druck aus dem Westen nicht so groß wäre. Ich habe manchmal das Gefühl, der Menschenrechtsdiskurs ist nichts anderes als eine Fortsetzung des kalten Krieges mit anderen Mitteln, der Versuch des Westens, den Osten wie auch andere Teile der Welt unter neuen Stichworten neu zu kolonialisieren. Der Westen lebt noch immer, als wäre der eiserne Vorhang nicht schon längst gefallen.”

Das Ende der Kolonialisierung in Asien und Afrika fiel mit Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 zusammen. Daran erinnert uns Reinhard Schmoekel in seinem Buch: Expeditionen in die Frühgeschichte –„ Bevor es Deutschland gab” – S. 282: „Wir heutigen Deutschen müssen uns mit der Erkenntnis abfinden, dass in unserem Land die Steinzeit noch gar nicht allzu lange zu Ende ist”

Orbán wehrt sich natürlich in der EU, er will seinem Land und Volk dienen, nicht wie seine Vorgänger, die Postkommunisten. Orbáns Ziel ist: das Land mit einer guten Mittelschicht aufzubauen. Ich wünsche sehr, dass es ihm gelingen darf. Er hat auch gute Mitarbeiter, Berater, Wirtschaft – und Finanzexperten. Der Anfang war für Orbán bestimmt nicht leicht, nicht nur weil er noch sehr jung und unerfahren war, vor allem weil er das Land mit leeren Kassen übernehmen musste.

Ungarn hat ja in der Geschichte zu viele Hiebe bekommen. Warum? Neid auf die gute Lage mitten in Europa, weil sie dort mit Ach und Krach Fuß fassen konnten, und nicht verschwanden, wie die Hunnen und die Awaren. Sie haben niemanden verjagt, so hatten sich die zurückgebliebenen restlichen Völker im Laufe der Zeit assimiliert. Wie viel mal musste dieses Volk das Regieren neu anfangen, lernen, nach den Osmanen, Habsburgern, Sowjets  und der kommunistischen Erbschaft. Obwohl es ist ein viel älteres Volk , als die Westeuropäer und ein sehr kultiviertes Volk. Sie hatten immerhin im Jahre 1000 einen Staat gegründet, die Deutschen hatten erstaunlicherweise erst im 15. Jahrhundert einen einheitlichen Staat auf die Beine gestellt. So lange dauerte es, bis die vielen germanischen selbst ernannten Fürsten und Könige sich einigen konnten.

Eins muss ich noch für Igor Janke in Erinnerung rufen, vielleicht kann ich es ihm noch irgendwann persönlich übermitteln. Er erwähnt in diesem Buch, dass die Ungaren im Zweiten Weltkrieg Hitlers verbündete waren, mit der Begründung, sie hätten auf Revision aus dem Ersten Weltkrieg gedrängt. Herr Janke, bitte schreiben Sie die Geschichte nicht nur von den Geschichtsschreibern ab, lesen sie bitte auch individuelle Memoiren. Die ungarische Regierung hatte nicht auf Revision gedrängt, im Gegenteil. Horthy, damals Reichsverweser in Ungarn, sagte zu Hitler: „Revision ja, aber nur mit friedlichen Mitteln“. Dies bestätigte auch Hitlers damaliger Staatssekretär Ernst von Weizsäcker. Hitler bedrängte die Ungaren immer wieder um mit ihm in den Krieg zu ziehen. Im Falle Polens sagte Horthy: „ich wähle lieber das Schafott, als ich die Polen angreife“. Die Ungaren waren genötigt. 1941 hatte Hitler schon zu viele Soldaten verloren, er brauchte noch mehr Männer zum Töten. Hitler berief zweimal den Wiener Kongress, wo sie mit den Engländern zusammen beschlossen, den Ungaren Gebiete aus Siebenbürgen zurückzugeben, die dann am Ende des 2. Weltkrieges wieder entwendet wurden. Die Ungaren waren dazu nicht eingeladen. Hitlers Verbündeter in Ungarn hieß Generalstabschef Henrik Werth, eine Strafe in Person von Trianon. Seien wir mal ehrlich, was die Großmächte nach dem 1. Weltkrieg mit Ungarn angestellt hatten, demnach dürften all die großen Kriegsführenden Länder längst nicht mehr auf der Landkarte existieren.

Der 1. Weltkrieg war diesmal auch großes Thema auf der Buchmesse, und das Interesse war sehr groß. Man könnte es die hundertjährige Trauerfeier nennen. Zuhörer aus jener Generation, die Ihren Großväter dort verloren haben, waren sehr interessiert. Doch die Menschheit hat immer noch nicht genug von Kriegen! – Was würden Sie heute meinen, Sahib Tagore?

Von drei ausgesuchten Veranstaltungen konnte ich zwei dort wahrnehmen:

Autor – Sean McMeekin, US Amerikaner, lebt und unterrichtet Geschichte in der Universität in Istanbul, spricht auch einwandfrei deutsch. – Titel: „1914 Der Countdown in dem Krieg – Wie ein paar Männer  in nur einem Monat die Welt in Brand setzten“ – Europa Verlag München/Berlin

„Das Jahr, das alles veränderte“  – Rowolt Verlag

Autoren: Christofer Clark: „Die Schlafwandler“ -2013, Herfried Münkler: „Der große Krieg“-2013, Gerhard Henke-Bockschatz. „Der erste Weltkrieg“-2014

Ein Buchtitel machte mich noch neugierig, von Henrik Eberle: „Hitlers Weltkriege“ – mit zwei Untertiteln: Wie der Gefreite zum Feldherrn wurde und  Wie der erste Weltkrieg Hitler zum Diktator Machte – Hoffmann und Campe Verlag

Der Autor Jean  McMeekin verdeutlichte schon, dass der 1. Weltkrieg von den Deutschen ausging, nicht etwa auf Grund der Ermordung des österreichischen Thronfolgers, wie es in den Schulbüchern stand. Der NS Forscher Henrik Eberle geht weiter, er entdeckt Zusammenhänge zwischen Hitlers Erfahrungen im 1. Weltkrieg und dem späteren Denken und Handeln des Diktators und Oberbefehlshabers der Wehrmacht.

Es gab aber auch viel erheiterndes  auf der Buchmesse. Das Gastland Schweiz hat sich ganz groß vorgestellt, ab 08. März 2014 schon im Vorfeld der Buchmesse in mehreren Veranstaltungen in der Stadt, für Kinder und Erwachsene. An der Eröffnungsfeier begrüßte uns aus der Schweiz Alain Berset, Vorsteher der Schweizerischen Eidgenossenschaft, sehr nett mit seinem Grüetzi. Ich hatte eine lustige und eine ernstere Veranstaltung erleben können: eine humorvolle Vorlesung von Zsuzsanna Ghase, Kurzgeschichten aus ihrem Leben, und einen sprachwissenschaftlichen interessanten Vortrag von José Ribeau über die Viersprachigkeit des kleinen Landes, wie man damit leben kann. Ich hoffe, nächstes Jahr kann ich mir mehr Zeit nehmen für die kleine große Schweiz.

       In 2019 findet die Buchmesse in Leipzig vom 21. bis 24. März statt.

4 Comments »

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    Kommentar von Free Passes and Gems — 21. Februar 2019 @ 01:01

  3. für Ihre Interesse und Gefallen an meiner Ideen freue ich mich sehr, Ramonlok fragte mich, wo er so Gute Ideen finden könnte, ich empfehle Ihnen allen die Buchmesse in Leipzig, jedes Jahr im März, diesmal für Besucher ab 21.-24. März.
    Ich verrate, Anfang März kommt oft eine günstige Angebot von Germanwings aus Köln, sicher aus anderen Städten in Deutschland auch. Ich reserviere sehr früh,damit ich nicht verpasse.Es gibt in dieser Messe sehr viele interessante
    Vorlesungen, Besprechungen, Diskussionen. Es ist ein Literatur – Paradies! Viel Vergnügen!!! Erzsebet Ady

    Kommentar von Erzsebet Ady — 26. Februar 2019 @ 23:07

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