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7. Januar 2019

Die Eule sagt dem Spatz Du Großkopf

Filed under: Allgemein — Schlagwörter: , — Erzsebet Ady @ 14:11

                                         „Hauptstadt der Alpträume“ – Der Spiegel Nr. 41 Okt.2010

Erich Follath versucht den Faschismus und Nazismus an die Ungaren zu übertragen, im Stil eines Hasspredigers. Er schreibt von Tausendjahrfeier der Nation in 1896: „wollten die Magyaren zeigen, dass sie ihren Platz in der Mitte des Kontinents gefunden haben“ – es klingt eher spöttisch, es nennt sich aber Traditionspflege, denn die Ungaren verleugnen ihre Geschichte nicht – und weiter: „ 40 Jahre später verfielen sie den Nazis, die heimischen Pfeilkreuzler“trieben Juden noch wie Schlachtvieh in Vernichtungslager“. Sie verfielen nicht, sie wurden von den Nazis überfallen, wie die meisten Länder in Europa. Erich Follath will von Hitler und von durch ihn errichteten KZ`s nichts wissen. Ohne seinen Rassenwahn hätte Szálasi, sein krimineller Anhänger in Ungarn, seiner Gestapo bei dieser Unmenschlichkeit nicht helfen können. Es passierte auch erst nach deutscher Besetzung Ungarns, ab März 1944, so lange konnte die damalige Regierung es verhindern. Ein Staat ohne Verbrecher ist eine Utopie. Dies will die Welt, oder nur die Erich Follath´s immer noch nicht anerkennen. Bis dahin hatte Hitler mit seiner „Braunen Horde“ -Ralph Giordano: Die Bertinis -S.128 -bereits Millionen unschuldige Menschen brutal ausgerottet. Wer verleugnet ihre Geschichte? Ralph Giordano äußerte sich auf seiner Webseite mit Recht: „ich habe nicht Bedenken wegen der Ungaren, sondern wegen der Deutschen, die ihre Geschichte verleugnen“. Hitler war nämlich nicht alleine, und seine Millionen Anhänger waren mit ihm nicht verschwunden, sie durften sogar nach dem Krieg in ihren Ämtern bleiben. Sie oder ihre Nachkommen heißen heute Ausländerfeindliche. Deshalb war es unlängst wieder in der Tageszeitung zu lesen: „in Deutschland wächst die Ausländerfeindlichkeit“ Hier ist ein ungarisches Sprichwort ganz angemessen: „Die Eule sagt dem Spats :Du Großkopf“

Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch vernünftige Leute, die sich davon distanzieren, die Migrantenkindern ehrenamtlich helfen. Ich sehe Schulkinder, die untereinander mit allen Nationalitäten gleich kumpelhaft umgehen. Ich erlebte auf der Straße, wie ein älterer Mann über „blöde Ausländer schimpfte, gleichzeitig ein vorbeigehender Junge Lauthals „Opa du spinnst“ -zurief.Diesmal konnte ich freudig lachen, und dachte, bravo Junge, du bist schon richtig erzogen worden.
Wie seinerzeit Walter Scheel, unser Bundespräsident sagte: „wir Deutschen leben zu gut auf Kosten anderer Völker“, hörte ich es noch von drei Mitbürgern: „es kann nicht richtig sein, dass wir hier so gut leben, und in anderen Ländern so viele Menschen in Armut leben müssen.“ Es ist leider noch nicht die Allgemeinheit. Erich Follath sollte sich lieber darüber Gedanken machen, wie kann man dieses Volk zur Einsicht bringen: der Mensch ist wichtig, nicht seine Nationalität.

Ungarn ist ein Vielvölkerstaat. Es ergab sich aus jahrhundertelanger Dezimierung der Bevölkerung durch anderen Völker, wie Mongolen, Tataren, Osmanen. Besonders nach der 150 Jahre dauernden türkischen Herrschaft wurden Arbeitskräfte gebraucht und aus den Nachbarländern eingeladen. Sie haben sich längst assimiliert, es gibt keine Unterteilung nach Ungaren und Ausländer. Nach aktueller Statistik leben dort noch 300.000 Deutschstämmige und sie werden nicht als Ausländer, sondern als Ungaren angesehen und werden sie nicht so unterbewertet, wie hierzulande die Ungaren. Ich habe noch sehr gut die Worte von Bundespräsident Richard von Weizsäker nach seinem Ungarn Besuch in Erinnerung: “ Wir Deutschen können uns von den Ungaren ein Beispiel nehmen, wie sie in dem kleinen Land mit den vielen anderen Nationalitäten in Frieden zusammenleben können.“ Es hat sich daran nichts geändert. Die Allgemeinheit verurteilt und lehnt die „Neonazis“ ab, und sie hoffen, dass diese Gruppe keine Zukunft haben wird. Erich Follath und seine Lieblinge, die Neoliberalen die Existenz(?) dieser Gruppe krampfhaft der neuen FIDESZ Partei anlasten wollen, ist schon weit übertrieben. Erich Follath bezeichnet die FIDESZ  Partei als Rechtspopulisten.Diesen Ausdruck  übernimmt er von der MSZP ( vorherige  Regierung, meist ehemalige russisch Kommunisten,Die die Staatskasse augeplündert – so äußerte sich ein namhafter ungarischer, keinesfalls rechtsgerichteter Autor hier bei uns in Deutscland – und das Land an die westliche EU Länder verkauft (Privatisierung). Und den Erlös in die eigene Tasche verschwunden ließ. Wenn jemand ihre Geschichte verleugnet, höchtens diese  Plünderer, sie haben es nötig.

Die Politische Wende 1989 bezifferten die Ungaren meist so:  es war ein linker Schritt nach Rechts , im wahrsten Sinne des Wortes. Die ehemalige kommunistische Regierung ist nicht verschwunden, sie wollten ihre Privilegien, gut bezahlte höhere Ämter behalten, aus deren Mitgliedern wurden die größten Kapitalisten, heute MSZP- Magyar  sozialistische Partei genannt, die gegen das eeigene Volk arbeiteten. Sie bereicherten sich, und schufen besonders auf dem Lande Armut. FIDESZ wird von den Ungaren Rechte Seite genannt, nicht im negativem Sinne, für sie gibt es nur Rechts und Links, sie sagen: für uns ist Angela Merkel mit CDU auch rechts. Bei uns zerbricht sich darüber niemand den Kopf.

Die Mehrheit ist mit der Regierung, mit Viktor Orban zufrieden. Ich bin dort aufgewachsen, so kann ich auch die Entwicklung als positiv beurteilen.
Ich glaube, Regierungspräsident Viktor Orban ist schon ein Wahrer Sozialdemokrat, er arbeitet für sein Volk.
Ich möchte hier noch etwas vermerken, ich werde es nie vergessen. Vor vielen Jahren hat mir jemand gesagt:     Jesus war der größte Kommunist
Wie Wahr – dachte ich auch, keine Angst vor diesem Ausdruck!
Diese Ausdrücke: Sozialismus und Kommunismus wurden nicht richtig in die Tat umgesetzt, deshalb hat der Mensch Angst davor.
Ich vergesse nicht die Aussage von Helmuth Schmidt, als Bundespräsident während einer Bundestagsdebatte: „Ich gehe auch in die Kirche, ich bete auch, es schließt nicht aus, dass ich Sozialdemokrat bin“-  Und das war Er !
Orban wird von innen und außen wegen Mediengesetz des Landes attackiert.
Er sagt. „wir denken nicht daran, das Mediengesetz zu ändern, in dem Gesetz gibt es keinen einzigen Passus, der nicht der Mediengesetzgebung irgendeines EU Landes entspricht.“- Quelle MTI (ung.pa.)

Erich Follath schreibt über Imre Kertész: „Kertész lebt in der deutschen Hauptstadt. Warum? Ganz einfach: weil es sich für einen Jüdischen Schriftsteller besser in Berlin lebt als in Budapest“
Dieser Satz kommt nicht aus dem Mund von Kertész, ich lese in der Die Welt  07.11.2009: „Es reicht, dass Ihre Landsleute mich zum Juden gemacht haben.“ Rassische, nationale Zugehörigkeiten gelten nicht für mich.“
Er gibt sich als Kosmopolit, er ist nicht an Budapest gebunden. Er spricht von und während der MSZP Regierung: „Rechtsextreme und Antisemiten haben das Sagen.“ Verspricht er sich, oder Tilman Krause? – Er ist ja immerhin 80 Jahre alt gewesen und hat als Kind Auschwitz miterleben und seine Eltern dort verlieren müssen.- Er lobt Berlin, will dort leben, es lebt sich dort besser, Deutschland wird nicht so ausgebeutet, wie Ungarn. In Berlin gibt es ja auch seit Jahrzehnten ein ungarisches Kulturzentrum. In Ungarn wird Er wegen dieses Interviews geächtet.(?)
Dort hat Er mehr als ein Dutzend Auszeichnungen bekommen. Ich wünsche Imre Kertész, dass er niemals mehr mit Nazis in berührung kommen muss.

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